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Tag 3 meiner Velotour im Entlebuch: Ein vorläufiges Schlussbouquet, aber jetzt wird's gewittrig!

Aktualisiert: 13. Sept.

Ein Postauto-Chauffeur, eine Seelsorgerin, ein Unternehmer, der mir einen ganzen Laib Käse mitbringt, und ein Mediziner: Ist das eine Jassrunde? Könnte sein, aber nicht heute! Diese Persönlichkeiten waren einige meiner Gesprächspartner am letzten Tag im Entlebuch.


Das Entlebuch ist von Vitznau aus eine Herausforderung: Für das Hin und Zurück verbringe ich schon mal gut 4 Stunden auf dem Sattel. Heute ist wahrscheinlich der letzte heisse Tag im August und zumindest vorläufig ist es trocken. Ich treffe bereits vor 9 Uhr in Werthenstein ein.


Beim Schulhaus Werthenstein-Unterdorf sind bereits alle Mitglieder des Senioren-Turnens eingetroffen. Mit meditativer Musik und Qigong wird die Turngruppe angeleitet, sämtliche Gelenke zu bewegen und zu aktivieren: meine sind bereits aufgewärmt worden, also darf ich als Zuschauer der Turnlektion beiwohnen. Die Leiterin von Pro Senectute nimmt sich jedem Teilnehmer sehr persönlich an - die Gruppe, die sich jede Woche am Freitag trifft, macht einen sehr zufriedenen Eindruck.


Bis zur Holzbrücke über die kleine Emme (dem sog. Pont couvert) ist es ein Katzensprung. Zur Wallfahrtskirche führt eine enge und steile Strasse hinauf. Auf halber Strecke befindet sich das Gnadenbrünnlein, aus dem Wasser mit grosser Heilkraft fliessen soll.


Eine kurze Verschnaufpause beim Kloster-Restaurant im Oberdorf ist angezeigt. Von dort besteht eine wunderbare Aussicht auf die Klosteranlage mit den heute noch sehr gut erhaltenen Pfarrei- und Barocksälen.


Der Hallenrundgang mit seinen 46 Bögen ist imposant, strahlt dennoch eine grosse Ruhe aus und schützt den Besucher vor der Aussenwelt. Der Kanton Luzern plant gegenwärtig eine Renovation der grossformatigen Bilder.


Vor dem Marien-Altar zünde ich eine Kerze an für die Leidtragenden unserer heutigen Welt und denke vor allem an die Kranken und die Kriegsopfer auf allen Kontinenten.


Kurz bevor ich die Klosteranlage verlasse, treffe ich Claudia Schneider-Würger, die Seelsorgerin. Sie erklärt mir, warum hier, zwischen Himmel und Emme, Tradition, Geschichte und Spiritualität aufeinander treffen. Als ausgebildete Pflegefachfrau und Theologin hat sie ein besonders tiefes Verständnis für physische und seelische Leiden.


Übrigens vom kleinen Garten an der östlichen Seite der Klosteranlage geniesst man einen sehr speziellen Ausblick in Richtung Malters und Pilatus. Wie ist es möglich, dass ich unzählige Male an diesem Kraftort vorbeifuhr, ohne ihn zu besuchen?


Überwältigt von diesem Besuch laufe ich runter zu meinem Zweiräder, als mir ein lebhafter älterer Herr sehr bestimmt entgegenkommt. Grüezi Herr Carrel, ruft er schon von weitem: Dr. Josef Gasser aus Wolhusen wollte mich unbedingt treffen und hat sich an den Zeitangaben, die wir im Entlebucher Anzeiger veröffentlicht hatten, orientiert. Er möchte mir alles Gute zur Wahlkampagne wünschen und spricht mir im Gespräch auf dem Klostergartenbänkli nicht nur viel moralische Unterstützung zu, sondern hat mir auch einen ganzen Käselaib von der Alp Arni-Schwand mitgebracht.


Ich muss nun schnell nach Wolhusen radeln, da ich zum Zmittag im Rössli erwartet werde. Am Bahnhof wird noch Halt gemacht, um die Tageszeitung zu kaufen. Was für eine Überraschung, als mich der Postauto-Chauffeur Pius Röösli auf meinen Besuch in Romoos anspricht: "Ja, das hat schon die Runde gemacht", so Röösli.


Nach dem Röösli kommt das Rössli. Chefkoch Markus Zimmermann verwöhnt uns mit seiner Kochkunst. Uns: das sind der Gemeindepräsident Bruno Duss, Gemeinderätin Lisbeth Wicki-Blum, sowie ganz treue FDP-Mitglieder Carmen Steffen, Vize-Präsidentin der Ortspartei mit Regina Bühlmann, Kassierin. Hochinteressante Gespräche zu den Herausforderungen von Wolhusen und zu den aktuellen Projekten der Region Luzern-West (Danke auch für den Blitzbesuch von Claudia Reis).

Ich habe im Rössli gelernt, dass man nicht nur Wein degustieren kann, sondern auch die Schärfe eines bestellten Tartars...


Vor der Gemeindeverwaltung treffen wir noch Gemeindeschreiber David Schmid (2. von links, zwischen Bruno Duss und Lisbeth Wicki-Blum).


Nach diesem warmherzigen Empfang kann ich nicht einfach so "davonlaufen". Ein Ständli ist das Minimum, was ich als Dankeschön anbieten kann.

Doch ganz schnell kann ich mich nicht verabschieden. Es trifft noch eine Gruppe von Schülern aus der 3. Oberstufe ein. Die Aufgabe lautet: Stresssituationen dokumentieren...

Ja, was soll ich sagen: Stress im Wahlkampf oder im Operationsaal, Dichtestress, Zeitdruck? Nach einem Gruppenbild verschwinden die Schüler schnell auf die Suche nach neuen Stressmomenten. Ob sie in Wolhusen fündig geworden sind?


Ein Besuch in Wolhusen ohne einen Halt im Spital der LUKS-Gruppe, wäre wie ein Besuch in Rom, ohne in den Vatikan zu gehen. Ich informiere mich bei Kollegen über die aktuelle Situation am Standort, über die kommenden Herausforderungen und erhalte sehr wertvolle Informationen. Eine, die mich besonders freut: Das Spital leidet nicht so stark unter dem Ärztemangel wie andere und die junge Garde ist äusserst motiviert, so die Beurteilung eines Kaderarztes. Gute Voraussetzungen für den Neubau!


Auf der Rückfahrt nach Vitznau lasse ich den Abend bei einem Besuch der Kompost Weiherhus in Blatten mit den Ortsparteien aus Kriens, Malters, Schwarzenberg und Werthenstein ausklingen.


Aufmerksame Besucher. Ein grosses Dankeschön an die Ortsparteien für die Organisation und die anschliessende Bewirtung.

Und plötzlich wird es richtig gewitterig; ich erhalte auf dem Velo dann die erste richtige Dusche...









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