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Ein Team von Autisten leistet in Ballwil Hervorragendes: Höhepunkt am Tag 16 meiner Velotour

Auch im Seetal führt mich meine Velotour von einem Höhepunkt zum anderen. Die Distanzen werden kürzer, es bleibt dadurch etwas mehr Zeit zum Verweilen.

Nebst den vielen Sehenswürdigkeiten und Begegnungen unterwegs, steht ein Auftritt bei den FDP 60+ in Ebersecken auf dem Programm. Am Abend suche ich längere Zeit einen Velo-Übergang über die Reuss und die Bahnlinie zwischen Ebikon und Root...

Heute fahre ich zuerst nach Hohenrain (Honeri) am Südhang des Lindenberges. Schon von weitem ist die Johanniterkommende zu sehen. Sie hat eine lange Geschichte und bietet heute besonderen Menschen ein Zuhause.

Sie thront über dem Dorf seit ca 1175-1182 und war wohl die erste Niederlassung des Johanniterordens auf Schweizer Boden. Nach einer bewegten Geschichte und dem Untergang der alten Eidgenossenschaft 1798, übernahm der Kanton Luzern das verschuldete Ordenshaus und dessen Güter 1819.

Heute beherbergt die ehemalige Kommende das Heilpädagogische Zentrum für kognitiv und mehrfach beeinträchtigte Kinder und Jugendliche sowie für Kinder und Jugendliche mit einer Beeinträchtigung der Sprachentwicklung.


Im Café Chrüz werde ich vom Gemeindepräsidenten Alfons Knüsel (4. v.l.) und Gemeinderat Jonas Roth begrüsst (Letzterer ist nicht auf dem Bild; er verliess uns etwas frühzeitig wegen eines Termins mit der Controllingkommission). Es gesellen sich Martha und Walter Gut (2. und 3. v.l.) sowie Josef Leu, a.Nationalrat die Mitte (re), und Franz Bucher, Ortsparteipräsident (2. von re), dazu. Walter Gut war bis vor kurzem Rektor des Berufsbildungszentrums "Natur und Ernährung" in Honeri.

Für mich ist klar: Es wird ein Wiedersehen bei der Kommende geben! Und dann geht's mit hohem Tempo nach Ballwil - und zu einer Entdeckung!


Denn: ich darf mit Nicole Waldispühl, unserer Ortsparteipräsidentin, Otto Rütter, dem Präsidenten des Gewerbevereins Ballwil-Hohenrain und Ruggiero Pelliccione, dem Leiter der Kauz Informatik Medien AG besuchen, eine äusserst innovative, menschliche und weitsichtige Informatik-Firma. Seit 2008 betreut die Firma autistische Menschen, die sich für die Entwicklung von komplexer Software und Lernmedien hervorragend eignen. Nebst dem Nutzen und Entwickeln ihrer technischen Fähigkeiten ermöglicht die Kauz AG autistischen Jugendlichen ein selbstständiges Leben.

Das Motto des Gründers, Cornelio Kauz: «Diese Jugendlichen haben eine Chance in der Arbeitswelt verdient».

Ich bin tief beeindruckt:

Vor der Lehre beziehen diese Jugendlichen mehrheitlich eine volle IV-Rente. Nach der Lehre zum Fachspezialisten für Informatik können sie mit einer hohen Erfolgsquote selbstständig leben und sich versorgen.


Im Büro herrscht höchste Konzentration. Die Tätigkeit der Firma umfasst sowohl Informatik-Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen, als auch die berufliche Integration hochfunktionaler Autistinnen und Autisten in die Privatwirtschaft.

Das Unternehmen bietet grosses Potenzial und ist für Menschen mit Autismus zu einem vertrauten Ort mit individueller Unterstützung geworden. Zwei Therapiehunde "ergänzen" das Team.

Toll: Vor kurzem haben die Mitarbeitenden eine innovative App für die Zentralbahn entwickelt und zur Marktreife gebracht.


Dieses einmalige Unternehmen muss noch deutlich besser unterstützt werden! Das ist mein Fazit nach diesem beeindruckenden Besuch.


Zum Glück sind es von Ballwil nach Eschenbach nur wenige Minuten. Das Mittagessen darf ich heute in der Hofbeiz mit einer starken Delegation des Gemeinderates von Eschenbach teilen: Gemeindepräsidentin Nicole Lüthy-Widmer (links neben mir), Gemeinderätin Ruth Stocker (rechts von mir) und Gemeinderat Benno Fleischli (rechts aussen) sowie Marc Wagner, Präsident der Controllingkommission, sitzen mit mir am Stammtisch. Wir sprechen über Ortsplanung, über die weitere Entwicklung des Dorfes, den Verkehr und die optimale Anbindung, aber auch über die Unterbringung von Asyl- und Schutzsuchenden.


Was wäre ein Besuch in Eschenbach ohne Bild vor der Zisterzienserinnenabtei? Das weckt bei mir schöne Erinnerungen an meine Heimatstadt Fribourg mit ihren beiden Zisterzienserklostern Hauterive und Maigrauge (die Magere Au).

Heute ist ein Ausnahmetag, was das Velofahren angeht: Nach dem Mittagessen bringt mich ein Freund mit dem Auto nach Ebersecken zum Anlass der FDP 60+, der in gekonnter Manier von Hilde Meier vor circa 70 Zuhörern moderiert wird. Sechs Kandidaten der Hauptliste stehen Rede und Antwort zu Themen wie Gesundheitswesen, klimaschonende Energieversorgung, Bildung, Sicherheit, die Einwanderung und die Landwirtschaft. Nach 16 Uhr bin ich zurück in Eschenbach, steige auf meinem Zweirad und radle in Richtung Eibu (Inwil).


Dort erwartet mich beim Restaurant Schützenmatte die Familie von Nadine Koller-Felder, die den Sprung in den Kantonsrat beinahe geschafft hätte und nun als erster Ersatz zur Verfügung steht. Für die Kinder gibt es einen Coupe Dänemark. Mit Nadine und ihrem Ehemann Ralph zu reden ist spannend für mich: Die Bankenwelt, die Spitäler und natürlich die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen kommen zur Sprache, genauso wie die bevorstehenden Ferien.

Das war erneut ein äusserst bunter und interessanter Tag mit einer Vielzahl an spannenden Begegnungen.

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