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Bei strömendem Regen: Von der östlichsten zur westlichsten Gemeinde des Kantons. Velotour, Tag 4.

Heute Montag, den 28. August, starte ich mit meiner ersten Etappe im Wahlkreis Willisau. Der Tag wird zur grossen Herausforderung: Nahezu 160 km und es ist Dauerregen angesagt. Weil Politik (übrigens wie auch Herzchirurgie) keine Schönwetter-Beschäftigung ist, bedeutet dies: im Sattel sitzen, losradeln und nicht lamentieren.


Nach gut zweieinhalb Stunden mit dem E-Bike erreiche ich die westlichste Gemeinde im Kanton, Pfaffnau-St-Urban. Ich fahre einige hundert Meter über die Kantonsgrenze hinaus, um ein schönes Übersichtsbild der Klosteranlage zu schiessen.


Vor der Kirche wartet Beat Rösli, langjähriger und nun pensionierter Lehrer aus Pfaffnau auf mich. Wir haben für eine kulturhistorische Führung dieses Barockjuwels abgemacht. Das Kloster wurde 1848 aufgehoben und 2006 ist es Sitz der Luzerner Psychiatrie geworden.


Beat Rösli führt mich gekonnt und mit vielen interessanten Details und Anekdoten zur Architektur und Geschichte des Klosters (hier im Bild die Bibliothek).


Die eindrücklichste Geschichte ist diejenige des Chorgestühls, das zwar erst 1700 geschaffen wurde, dann aber nach der Aufhebung mehrmals verkauft und nach Basel, Irland und dann nach Schottland transportiert wurde bis, es 1911 dank einem weisen Kunstkenner zurückerworben werden konnte.

Nach der Führung darf ich einen Kaffee mit dem Geschäftsleiter der Luzerner Psychiatrie, Peter Schwegler, geniessen. Wir tauschen uns dabei über die strategischen Linien der kantonalen Gesundheitsversorgung aus.


Leider habe ich mich in St.Urban etwas verspätet und so verpasse ich den Gemeindepräsidenten von Roggliswil um einige Minuten. Eine gute Flasche Amarone ist unterwegs zu ihm und wird hoffentlich als Entschuldigung für mein Missgeschick angenommen.


Von Roggliswil nach Pfaffnau sind es nur wenige Minuten, aber mit dem starken und ununterbrochenen Regen wird es doch sehr schnell ungemütlich.


Im Big Star (dem ehemaligen Restaurant Löwen) treffe ich a. Regierungsrat Guido Graf. Unter Gesundheitsfachleuten finden wir sofort Gesprächsstoff: u.a. hat gestern die Zürcher Regierungsrätin Nathalie Rickli mit ihrem Vorschlag zur Abschaffung der obligatorischen Grundversicherung für Aufsehen gesorgt. Das gibt uns Anlass zur Kritik und zum Nachdenken über eine sinnvolle Reformierung des 1994 eingeführten Krankenversicherungsgesetzes KVG.

Lustig: Mit Pfaffnau und Wikon besuchte ich heute beide Wohngemeinden des ehemaligen Gesundheitsdirektors und der aktuellen Gesundheitsdirektorin.

Erwähnenswert: Im Big Star bis 11 Uhr morgens kostet ein ausgezeichneter Kaffee nur die Hälfte des regulären Preises, nämlich 2 Fr. 50. Das sage ich gerne weiter.

Meine Mittagspause geniesse ich heute im Restaurant Rössli in Dagmersellen. Die Kirchturmuhr schlägt gerade 12 Uhr, als ich ankomme. Es folgt eine sehr angenehme, wie auch angeregte Gesprächsrunde mit dem Ortsparteipräsidenten Céleste Godel (2. von rechts), mit dem ehemaligen Kantonsrat Ruedi Scheidegger (1. von rechts) und dem ehemaligen Sozialvorsteher Peter Wettstein (2. von links). Als Überraschung gesellen sich Peter und Dorle Clavadetscher (1. und 3. von links) zu unserer Runde. Peter erzählt mit Stolz von der Wahl seines Vaters Christian in den Ständerat 1955.


Die angenehmen und vor allem "Im Trockenen" verbrachten Augenblicke sind zu schnell vorbei. Es ist Zeit zum Abschied, denn in Wikon erwartet mich die nächste Begegnung.


Vor dem Erlebnisbahnhof Brittnau-Wikon wartet Bahnhofvorstand René Mörgeli auf mich. Ich geniesse eine ausführliche Führung mit Demonstrationen zu Weichen, Signalanlagen und Barrieren von Bahnübergängen. Die Simulationen des Stellwerks Sursee ist eindrücklich. Der Verein zur Erhaltung des Erlebnisbahnhofes ist dringend auf Unterstützung angewiesen: Seit der Pandemie ist die Anzahl Besucher massiv gesunken (https://www.erlebnisbahnhof.ch/).


Wer erinnert sich an solche Anzeigen?


Oder an diese Billette?


Ich muss kein Billett lösen - nur nach Reiden fahren, der letzten von fünf Gemeinden auf meinem Plan für heute. In der Landi (im "Schermen") geniesse ich einen letzten warmen Kaffee mit meinem Partei-Kollegen und NR-Kandidat Andreas Bärtschi, der mit zwei treuen FDP-Mitgliedern trotz dem miesen Wetter den Weg hierher gefunden hat. Eine schöne Überraschung!


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